Dr. iur. Ulrich Smeddinck, Universität Lüneburg:

Archiv für Kommunalwissenschaften (AfK) 1999 II s. 365-366

Karsten Runge: Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung - Internationale Entwicklungstendenzen und Planungspraxis, Berlin u.a. 1998, Springer

Selbstbesinnung ist angezeigt, wenn die äußeren Bedingungen für das eigene Anliegen nicht günstig sind: Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) kam – etwa im Vergleich zu den USA – mit zwanzigjähriger Verspätung in das bundesrepublikanische Rechtssystem. Abgesehen von der unterschiedlichen umweltrechtspolitischen Entwicklung und Kultur bedeutete es jedoch völlig unterschiedliche Startbedingungen für den Ansatz hier und dort. Noch getragen von einer Konjunktur des Umweltschutzes traf das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) auf ein wirtschaftsdominiertes gesellschaftliches Umfeld. Damit war dem Instrument mehr ein Hinkümmern als ein Aufbegehren beschieden.

In dieser ungünstigen Situation hat sich der Autor daran gemacht, die UVU einer Generalinventur zu unterziehen. Über die juristischen und administrativen Analysen hinausgehend findet er seinen Zugang dank seiner Qualifikation als Landschaftsarchitekt und Umweltwissenschaftler in der innerdisziplinären Aufarbeitung. Den Schwerpunkt seiner Habilitationsschrift hat er dabei auf die Auseinandersetzung mit den praktizierten und den im weiteren zur Verfügung stehenden Methoden zur Untersuchung der Umweltverträglichkeit eines Vorhabens gelegt: Die Kapitel 4 (Methoden der Voruntersuchung), 5 (Zur Beschreibung der Grundlagen), 6 (Tendenzen der Wirkungsabschätzung) und 7 (Tendenzen der Aggregation und Bewertung) bilden dabei den Hauptteil. Dieser wird ergänzt mit den Kapiteln 8 (Formen kooperativer Untersuchung) und 9 (Tendenzen der UVP-Nachkontrolle). Geradezu eingebettet ist die Darstellung in die fachliche Diskussion und Internationale Genese des Instruments dank der Kapitel 2 (Historische Vorläufer heutigen Umweltschutzes) und 3 (Zur Entwicklung der umweltpolitischen Rahmenbedingungen) sowie den später steten Verweisen und Vergleichen auf die Situation anderswo.

Der Anhang schließlich enthält zwanzig kalifornische UVP-Fallstudien im formalen Vergleich, eine umweltschutzbezogene Strategiesystematik, Qualitätskriterien für Umweltverträglichkeitsstudien und zwei Methodenbeurteilungen im Vergleich,

Die Kapitel 2 und 3 bieten eine bestechend dichte und farbige Herleitung des Themas, die allein bereits dem interessierten Leser Freude macht, werden doch unterschiedliche Aspekte wie die Revolution der Energietechnologien, die Entstehung des gesundheitsorientierten und des technischen Umweltschutzes sowie Naturschutz, Heimatschutz und Landschaftsästhetik gebündelt und eine Vielzahl prägnanter Details geboten. Aus politik- und verwaltungswissenschaftlichen Erklärungsansätzen, denen sich der Autor auch bedient, wird hier deutlich, daß der medienübergreifende Ansatz der UVU zunächst an der überkommenen sektoralen Organisation der Umweltverwaltung scheiterte.

Im anschließenden Hauptteil werden dank internationaler Vergleiche eine>sehr beachtliche Vielfalt von Methoden zu den einzelnen Phasen der UVU sowie analytische und maschinelle Techniken vorgestellt, die den mit der Materie befaßten Lesern eine nahezu vollständige Bestandsaufnahme bieten dürften. Abgesehen davon, daß zur Illustration immer wieder Schaubilder und Tabellen eingefügt sind, gelingt es dem Autor mit der Art seiner Darstellung, ein Ermüden des Interesses zu vermeiden: das liegt an der Sprache und an den Querbezügen zu anderen Ländern. Letztere verdeutlichen die Kontingenz des Regelungsfeldes und lassen die Restriktionen und Unzuträglichkeiten der hiesigen Regelung um so plastischer hervortreten.

Wie die UVU selbst bedient sich Runge eines interdisziplinären Herangehens. Der Text ist informationsgesättigt, der Stoff gebändigt. Mit seiner Untersuchung leistet er einen gewichtigen Beitrag zur Konsolidierung des Instruments. Das dürfte am ehesten die Gewähr bieten, daß der fraglos sinnvolle Ansatz der UVU –vor der Realisierung eines Vorhabens anhand systematischer Prüfung mit bestimmten verfahrensmäßigen und inhaltlichen Mindestanforderungen die schädlichen Umweltauswirkungen eines Vorhabens zu vermeiden, zu mindern oder auszugleichen – aus dem Schattendasein befreit wird. Denn es steht ein reichhaltiges methodisches Repertoire für weiterreichende umweltpolitische Aufgaben zur Verfügung. Die Lektüre hinterläßt den Eindruck: Hier schreibt einer, der sich auskennt und sein Metier beherrscht.


LA Landschaftsarchitektur 11/1998 sowie

(Prof. Dr. Thomas Bunge, Abt. Umweltverträglichkeitsprüfung Umweltbundesamt)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung – Internationale Entwicklungstentenzen und Planungspraxis

Die Arbeit, eine Berliner Habilitationsschrift, beschäftigt sich mit der "methodisch-inhaltlichen Seite" der Umweltverträglichkeitsprüfung: der detaillierten und medienübergreifenden Prognose und Bewertung der Umweltfolgen, die ein Projekt voraussichtlich verursacht. In jedem Prüfverfahren bildet die genaue Beschreibung des Vorhabens und der Umweltauswirkungen, also die "Umweltverträglichkeitsuntersuchung" oder "-studie" des Projektträgers, zunächst die Grundlage für die anschließende Beteiligung der Öffentlichkeit und anderer Behörden. Wegen ihrer Ausführlichkeit stellt sie anschließend die wohl wichtigste Basis für die Behörde dar, wenn es darum geht, die Umweltauswirkungen des Vorhabens zusammengefaßt darzustellen (§11 UVP-Gesetz). Aufgrund dieser Darstellung bewertet die Behörde die Auswirkungen und berücksichtigt das Ergebnis bei ihrer Entscheidung über die Zulässigkeit des Projektes (§12 UVP-Gesetz). Der Autor befaßt sich nicht nur mit der Untersuchung des Vorhabenträgers, sondern ebenso mit der behördlichen Darstellung und Bewertung der Umweltfolgen. Da sich das Instrument der Umweltverträglichkeitsprüfung in den USA entwickelt hat und in vielen anderen Staaten übernommen wurde, geht er ausführlich ebenfalls auf die amerikanische Praxis ein. Nach einer geschichtlichen Einleitung gibt er eine umfassende Darstellung der vielfältigen Ansätze zur Prognose und Bewertung von Umweltauswirkungen, die seit den 70er Jahren in den USA, Kanada, Deutschland und anderen Ländern ausgearbeitet wurden. Insbesondere die amerikanischen Arbeiten dürften hierzulande bisher nur wenig bekannt und teilweise auch schwer zugänglich sein. Nacheinander spricht Runge die Methoden der Voruntersuchung ("Screening" und "Scoping") an. die Beschreibung der Grundlagen, die Tendenzen der Wirkungsabschätzung, der Aggregation und Bewertung, Formen kooperativer Untersuchungen und die Tendenzen der Nachkontrolle. Damit gibt er einen systematischen. klar aufgebauten Überblick über das sehr unübersichtliche Gebiet der Prognose- und Bewertungsmethodik im Bereich der raumbezogenen Umweltplanung. In den einzelnen Kapiteln beschreibt er nicht nur (knapp) die jeweiligen Vorgehensweisen, sondern nimmt auch zu den Vorzügen und Nachteilen der verschiedenen Ansätze Stellung. Dies ist einerseits für die Weiterentwicklung der Methodik von Interesse, andererseits aber auch für das konkrete Prüfverfahren: Die Arbeit kann – etwa im Scoping-Prozeß – eine Hilfe bei der Auswahl der konkret anzuwendenden Methoden bieten. Zudem erleichtert das Buch allen Verfahrensbeteiligten – Projektträgern, Planungsbüros und anderen Sachverständigen, Behörden, der Öffentlichkeit und Verbänden –, die Qualität von Umweltverträglichkeitsuntersuchungen zu beurteilen. Gerade diese Beurteilung spielt in der Praxis offensichtlich eine wichtige Rolle und wird deshalb auch im deutschen Sprachraum seit einigen Jahren mehr und mehr diskutiert. Über diese Arbeitshilfen hinaus zeichnet Runge die Entwicklung der Umweltverträglichkeitsprüfung als Instrument der Umweltpolitik nach und ermöglicht es dem Leser, ihre aktuelle Bedeutung in diesem Zusammenhang abzuschätzen. Die Relevanz des Buches liegt u.a. darin, daß es in außerordentlich umfassender Weise zahlreiche methodische Ansätze aus verschiedenen Ländern zusammenträgt, in den jeweiligen Zusammenhang einordnet und auf ihre Brauchbarkeit für die Praxis untersucht. Damit trägt es viel auch zur Transparenz der Umweltverträglichkeitsprüfung bei.


Umwelt Magazin 1998.11, S. 82, sowie

(NN)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) beinhaltet den wissenschaftlichen Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Mit diesem Werk liegt nun erstmals eine fundierte Methodendarstellung der UVU vor, die sowohl den historischen Kontext als auch internationale Entwicklungstendenzen in den Vordergrund rückt. Das Buch erläutert Theorien, fachliche Zusammenhänge und Anwendungsschwerpunkte. Zahlreiche Anwendungsbeispiele bieten Anregungen für die Durchführung von Umweltverträglichkeitsuntersuchungen in der Praxis.


Politische Ökologie – Literatur Spezial 1998/99 S. 10

(NN)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) beinhaltet den wissenschaftlichen Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). In der Fachliteratur wurden bisher v.a. die rechtlichen und administrativen Aspekte der UVP diskutiert. Dieses Buch will eine systematisch fundierte Methodendarstellung der UVU vorlegen, die sowohl den historischen Kontext als auch internationale Entwicklungstendenzen in den Vordergrund rückt.


Umweltmedizin 1998.3, S. 111

(NN)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) ist der fachwissenschaftliche Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Welche Wege in einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung eingeschlagen werden, richtet sich weniger nach rechtlichen als nach wissenschaftlichen und methodischen Gesichtspunkten. Die vorliegende Synopse der UVU-Methodenentwicklung enthält folgende Ansätze: Die Beschreibung historischer Entwicklungen – sowohl der ideentheoretischen als auch der Umsetzungsentwicklung – betrachtet die Intention, Entstehung, Anspruch und Wirklichkeit der UVP. Der internationale Fokus hilft nationale Begrenzungen deutlicher wahrzunehmen. Der methodische Schwerpunkt schließlich dient der Ausbalancierung einer bisher überwiegend verfahrensbeschreibenden UVP-Literatur. Erste Priorität hat die Beschreibung bedeutender integrativer Ansätze und Entwicklungstendenzen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung.

Aus dem Inhalt: Zur Entwicklung der umweltpolitischen Rahmenbedingungen: Amerikanische Impulse der 60er Jahre; zur Entwicklung der Umweltverträglichkeitsprüfung in den USA; Beginn umfassender Umweltpolitik in Deutschland; Veränderungen der Umweltpolitik seit Beginn der 80er Jahre; frühe UVP-Entwicklungen in Deutschland; die UVP-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft; Entstehung des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes; Verwendung formalisierter UVU-Methoden in Deutschland -- Methoden der Voruntersuchung: Bedeutung und Rechtsgrundlagen; Methoden der Voruntersuchungsphase -- Zur Beschreibung der Grundlagen: Bedeutung und rechtliche Grundlagen; Ansätze zur Beschreibung des Vorhabens; Ansätze zur Beschreibung der Umwelt; Matrixansätze und EDV- gestützte Weiterentwicklungen; computergestützte Verarbeitung geographischer Daten -- Tendenzen der Wirkungsabschätzung: Bedeutung und Rechtsgrundlagen; von der Trendextrapolation zur mathematischen Simulation; qualitativ systemanalytische Ansätze; Umgang mit Ungewißheit und Risiko; zur Abschätzung kumulativer Wirkungen -- Tendenzen der Aggregation und Bewertung: Bedeutung und rechtliche Grundlagen; kostenorientierte Ansätze; nutzwertanalytische Ansätze -- Formen kooperativer Untersuchung: Stellenwert in Deutschland und Nordamerika; intersubjektive Abstimmung im Delphi-Verfahren; individuelle Ideenentwicklung in Gruppen; abgestimmte Klassifikation von Annahmen; vereinte Faktensammlung (Joint Fact Finding); Wirkungsanalyse als Gruppenaufgabe; computergestützte Gruppenkooperation -- Tendenzen der UVP-Nachkontrolle: Bedeutung in den USA und in Kanada; Nachkontrolle in der EG und in Deutschland; Konzeptansätze der Nachkontrolle.


Geographische Rundschau 1998.9, S. 54,

(Michael Gaede)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Nachdem die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in der Fachliteratur bislang überwiegend aus (verfahrens-)rechtlicher Perspektive diskutiert wurde, präsentiert der vorliegende Band eine umfassende Synopse der Methodenentwicklung der vergangenen 25 Jahre zur Erfassung und Bewertung räumlicher Umweltfolgen. Dabei stellt sich insbesondere die Frage nach den Fortschritten zur Untersuchungsmethodik, nach den Rahmenbedingungen, die bestimmte Entwicklungen förderten oder hemmten und nach ableitbaren Entwicklungstendenzen. Ergänzender Bestandteil der Untersuchung ist eine vergleichende Darstellung der Entwicklung in USA und Kanada.

Die Arbeit umfaßt drei Teile: Der Einleitungsteil beschäftigt sich mit historischen Traditionen des Umweltschutzes und der Entwicklung der UVP vor dem Hintergrund umweltpolitischer Rahmenbedingungen, der zweite Teil stellt bedeutende UVU-Methoden vor, der dritte Teil faßt die Ergebnisse zusammen und unterbreitet Vorschläge zur Weiterentwicklung der dargestellten Methodik.

Ausgehend von der These, daß die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) den fachwissenschaftlichen Kern einer UVP darstellt, widmet sich der Autor im Hauptteil seiner Habilitationsschrift einzelnen Themenstellungen der UVU, die in spezifischen Verfahrensschritten der UVP Verwendung finden können. Vorgestellt werden u.a. Methoden zur Voruntersuchung (Screening, Scoping), Ansätze zur Vorhabens- und Umweltbeschreibung (Stoff-/Energiebilanzen, Potentialkonzept), Instrumente zur Weiterverarbeitung von Daten (EDV-gestützte Entwicklungen), Modelle zur Wirkungsabschätzung (qualitative und quantitative Vorhersagemethoden), Verfahren zur Bewertung und Aggregation (formalisierte vs. kooperative Techniken).

Der Band ist sehr übersichtlich und systematisch aufgebaut, zahlreiche Tabellen und Abbildungen erleichtern das Verständnis. Diese Arbeit stellt den "Stand der Technik" in bezug auf die Methoden(aus)wahl fundiert dar und kommentiert kritisch deren Anwendungsbereiche und Entwicklungsperspektiven. Sie kann allen Verfahrensbeteiligten aus Planungs- und Verwaltungspraxis, aber auch allen an methodischen Fragestellungen interessierten Wissenschaftlern als seit langem überfälliges Werk ausdrücklich empfohlen werden.


Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft (o.A.)

(Martin Seger)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Eine UVU ist der fachwissenschaftliche Kern von Umweltverträglichkeitsprüfungen. Bezug-nehmend auf gesetzliche Bestimmungen auch in Österreich legt die UUP gutachterliche Fakten zur wirtschafts- und umweltpolitischen Entscheidung der jeweiligen Genehmigungsbehörde vor. An der Ausarbeitung der UVU mitzuwirken, zählt wohl zu einem Zukunftsmarkt für Geographen, entspricht doch die breite Palette der Prüfsegmente weitgehend der ebenfalls breitgefächerten Ausbildung der Geographie. Wenn im Sinne der Praxisorientierung klassische Physische Geographie sich als Teil der Umweltwissenschaften versteht, dann ist das vorliegende Buch ein gewichtiger Lehrbehelf dazu, ein Leitfaden zur Durchführung der UVU nicht nur, sondern mehr: eine Methodenlehre zur Erfassung und Beschreibung, Prognose und Bewertung von Umweltwirkungen. Ein hervorragendes Lehrbuch also.


Umweltnachrichten IHK Koblenz 1999.2, S. 26

(NN)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) beinhaltet den wissenschaftlichen Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). In der Fachliteratur wurden bisher fast ausschließlich die rechtlichen und administrativen Aspekte der UVP diskutiert. Mit diesem Buch liegt nun eine systematisch fundierte Methodendarstellung der UVU vor, die sowohl den historischen Kontext als auch internationale Entwicklungstendenzen in den Vordergrund rückt. Von Interesse sind dabei vor allem die USA und Kanada, von wo die weltweite Verbreitung der UVP Anfang der 70er Jahre ihren Ausgang nahm. Das Buch erläutert Theorien, fachliche Zusammenhänge und Anwendungsschwerpunkte. Zahlreiche Anwendungsbeispiele bieten Anregungen für die Durchführung von Umweltverträglichkeitsuntersuchungen in der Praxis.


Stadt und Gemeinde 1998.5, S. 46

(Ute Kreienmeier)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) beinhaltet den wissenschaftlichen Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). In der Fachliteratur wurden bisher fast ausschließlich die rechtlichen und administrativen Aspekte der UVP diskutiert. Mit diesem Buch liegt nun erstmals eine systematisch fundierte Methodendarstellung der UVU vor, die sowohl den historischen Kontext als auch internationale Entwicklungstendenzen in den Vordergrund rückt. Von Interesse sind dabei vor allem die USA und Kanada, von wo die weltweite Verbreitung der UVP Anfang der 70er Jahre ihren Ausgang nahm. Das Buch erläutert Theorien, fachliche Zusammenhänge und Anwendungsschwerpunkte. Zahlreiche Anwendungsbeispiele bieten Anregungen für die Durchführung von Umweltverträglichkeitsuntersuchungen in der Praxis.


Dokumentation Natur und Landschaft (DNL) 38/1998/2

(NN)

Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Einleitend wird die historische Entwicklung der UVP, insbesondere in Deutschland und in den USA, seit 1970 dargestellt. Es folgt eine Beschreibung bedeutender Methoden der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) aus europäischen und nordamerikanischen Staaten. Aus der Entwicklungsgeschichte und dem internationalen Vergleich werden Vorschläge zur Weiterentwicklung abgeleitet. Verf. fordert insbesondere die Einführung von Nachkontrollen und betont die Verpflichtung der verfahrensführenden Behörden, die Untersuchungsergebnisse vor Qualitätsmängeln und Interessenseinfärbungen zu schützen. Damit die UVU dem Leitbild der "nachhaltigen Entwicklung" gerecht werden könne, sei es erforderlich, daß sie in ein umweltstrategisches Gesamtkonzept eingebettet wird.


UVP-Report 1998.4

(Ministerialrat a.D. Jürgen Cupei)

Internationale Tendenzen und Praxis der UVU
Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die Arbeit setzt bei den Besonderheiten der UVP-Diskussion und -Implementierung in Deutschland, vor allem bei dem Befund an, daß hier die rechtlichen, speziell verfahrens-rechtlichen Aspekte der UVP jahrelang – zu Lasten der Methodenentwicklung der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU), also dem fachlichen Kernstück einer UVP – im Vordergrund standen. Dies hatte Gründe und vor allem Folgen. Auch heute bestehen z. T. noch große Unsicherheiten in bezug auf das Methodenangebot und seine Qualität, d.h. den "Stand der Technik", die speziellen Anwendungsgebiete, Vor- und Nachteile sowie dem mit den unterschiedlichen Methoden zur Erfassung und Bewertung von Umweltfolgen verbundenen Aufwand. Nicht selten sind noch fachgebietsseparierte Diversität und methodische Willkür anzutreffen, auch deshalb, weil es in Deutschland bislang noch immer an einer zentralen Dokumentationspflicht und -einrichtung fehlt. Vor diesem Hintergrund ist es Erkenntnisinteresse der Arbeit, festzustellen, - ob – national sowie im internationalen Vergleich – Fortschritte in der Methodik der integrierten Erfassung und Bewertung von Umweltfolgen (der Autor "beschränkt" sich dabei auf die i.w.S. raumbezogenen Methoden) zu verzeichnen und

wie, d.h. nach welchen Kriterien diese Methodenentwicklungen ggfs. zu differenzieren sind,

welche z.B. zeit- und fachspezifischen Randbedingungen ihre Entwicklung förderten und behinderten bzw. ihren Einsatz fördern oder behindern sowie

welche Schlüsse sich aus diesem Befund für die weitere Entwicklung und Ausgestaltung der UVU-Methodik ziehen lassen.

Daraus ergeben sich im wesentlichen drei Untersuchungsschwerpunkte, nämlich

  1. Rahmenbedingungen von UVP und UVU,

  2. Bestandsaufnahme der wichtigsten UVU- Methoden nebst Entwicklungstendenzen sowie

  3. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen.

Nach Einführung in Ziele, Aufbau, internationale Schwerpunkte, Informationsquellen und Methodik sowie Erläuterung zentraler Begriffe geht der Autor im 1. Teil auf Vorläufer des heutigen Umweltschutzes ein; er zeigt Entwicklung sowie Bestimmungsfaktoren von Rahmenbedingungen der Umweltpolitik, speziell auf dem Gebiet der UVP in den USA und Deutschland auf, stellt den Werdegang der UVP-Richtlinie und des UVP-Gesetzes dar und behandelt die Verwendung formalisierter UVU-Methoden in Deutschland.

Im 2. Teil unternimmt der Autor eine Bestandsaufnahme wichtiger UVU-Methoden und Entwicklungstendenzen. Dabei orientiert er sich an den Besonderheiten der verschiedenen Phasen eines UVP-Verfahrens (Voruntersuchung – etwa Screening, Scoping, Alternativenauswahl –, Grundlagenbeschreibung, Wirkungseinschätzung, Aggregation und -bewertung, Formen kooperativer Untersuchung sowie UVP-Nachkontrolle).

Im 3. Teil, der Zusammenfassung, werden Schlußfolgerungen gezogen und konkrete Vorschläge zur UVU-Methodik unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen in Deutschland erarbeitet.

Vier Anhänge ergänzen die Ausführungen. Anhang 1 enthält eine formalisierte Auswertung von 20 amerikanischen UVP-Fallstudien nach fünf Merkmalsgruppen mit insgesamt 29 Kriterien. Anhang 2 beinhaltet eine "Strategiesystematik Umweltschutz". In Anhang 3 bietet der Autor Qualitätskriterien zur Beurteilung von UV-Untersuchungen an; Anhang 4 beinhaltet zwei Methodenbeurteilungen im Vergleich. Die Untersuchung Runges fällt durch einige Besonderheiten auf, die es verdienen, hervorgehoben zu werden. Bestandsaufnahme, Auswertung und Strukturierung der UVU-Methoden bewältigen die enorme Materialfülle und Erfahrungsvielfalt von ca. 25 Jahren Methodik-Entwicklung im In- und Ausland (vor allem den USA, Kanada und den Niederlanden) ohne dabei durch Unübersichtlichkeit, nicht erforderliche Details oder übermäßigen Gebrauch von Fachbegriffen abzuschrecken. Umfangreiche Visualisierung – 45 Abbildungen und 27 Tabellen – erleichtert die Verständlichkeit des Textes. Bei der Darstellung des UVP-Gesetzes, vor allem der Anwendung von UVU-Methoden in seinem Rahmen verliert der Autor – anders als z.T. üblich geworden – nie die dem Gesetz zugrunde liegende Richtlinie aus dem Auge. Der gesamte Duktus der Arbeit ist von nüchtern-kritischer Analyse und nicht von Methoden-, speziell UVP-Euphorie gekennzeichnet. Dies wird u.a. bei den Ausführungen zu

  • dem Thema UVP/UVU und deren Rolle im Entscheidungsprozeß,
  • dem Aspekt/der Gefahr das Teilsystem UVP zu Lasten anderer Teil- oder übergeordneter Systeme zu perfektionieren sowie
  • der UVP-Diskusssion im Kontext der aktuellen Debatte um Möglichkeiten der Verfahrensbeschleunigung und Deregulation deutlich.

Dadurch stellt diese Arbeit nicht nur für Fachwissenschaftler, sondern auch und gerade für Praktiker, d.h. vor allem für Fachplaner sowie für UVU-Auftraggeber und Entscheider eine wertvolle Erkenntnisquelle für die Beurteilung der Frage dar, welche Methode sich in welcher Phase des UVP-Verfahrens aus welchen Gründen eignet – oder nicht.


Umweltbrief, Juli 1999

(Sa)

Runge: Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Unter Umweltverträtglichkeitsuntersuchung (UVU) wird vom Verfasser vor allem die Umweltmedien übergreifende Erfassung, Beschreibung und Bewertung der Auswirkungen räumlich relevanter Vorhaben auf die Umwelt verstanden, wie sie überwiegend - aber nicht allein - im Rahmen einer Umweltvertraglichkeitsprüfung (UVP) praktiziert wird. Eine Festlegung dieses Begriffs auf bestimmte verfahrensrechtliche Aspekte der UVP wird im Hinblick auf die internationale Vergleichbarkeit einerseits und die damit verbundene Ausgrenzung benachbarter Entwicklungsstränge (beispielsweise im Naturschutz) für wenig hilfreich gehalten. Untersucht werden - auch historisch - Entwicklungen und Tendenzen vor allem in Deutschland und Nordamerika.



Roter Faden Umwelt – Informationsdienst 1998

(NN)

Internationale Entwicklungstendenzen bei der UVU
Runge, Karsten (1998): Umweltverträglichkeitsuntersuchung

Die vorliegende Arbeit wurde unter dem Titel "Entwicklungstendenzen der Umweltverträglichkeitsuntersuchung - Deutsche, europäische und amerikanische Methoden seit 1970" als Habilitationsschrift an der Technischen Universität Berlin eingereicht. Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) ist der fachwissenschaftliche Kern einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Der Verfasser legt mit diesem Buch nach einem Blick in die historische Entwicklung und die rechtlichen Grundlagen eine systematisch fundierte Methodendarstellung der UVU vor. Er erläutert Theorien, fachliche Zusammenhänge und Anwendungsschwerpunkte. Anhand von Anwendungsbeispielen wird die Durchführung von UVU in der Praxis dargestellt. Der Verfasser zeigt auch internationale Tendenzen für eine UVP-Nachkontrolle im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung auf. Im Anhang sind in Form einer Checkliste Gütekriterien zur Qualitätsbeurteilung von UVU aufgeführt.



Natur und Landschaft 74.1999.3, S. 127

(Dirk Hürter)

Runge, Karsten (1998): Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung

In einer Zeit unsicherer Perspektiven für die Landschaftsplanung, in der sehr unterschiedliche Konzepte von der Umweltleitplanung bis zur Naturpflegeplanung diskutiert werden, erscheint dieses Buch mit dem Anspruch, Orientierungshilfen für die Weiterentwicklung jener Planungsdisziplin zu geben. Für solche Orientierung richtet der Autor den Blick zunächst auf die historischen Wurzeln und die verschiedenen Entwicklungsstränge der heutigen Landschaftsplanung. Die drei prägenden Einflüsse Naturschutz, Landschaftsgestaltung und räumliche Planung werden von Beginn des 19. Jahrhunderts an beschrieben und eingeschätzt. Vervollständigt wird dieser Ansatz durch eine Auseinandersetzung mit aktuellen Standpunkten und einen Ausblick zur zukünftigen Aufgabe und Form der Landschaftsplanung.

Der Autor geht in seinen Schilderungen den Leitfragen nach,

    ·   welche Ideen zur Entwicklung der Landschaftsplanung beigetragen haben,

    ·   an welchen Aufgaben sie sich fortentwickelt hat,

    ·   wie Problemwahrnehmung und -formulierung sich veränderten und

    ·   wie die Landschaftsplanung auf gesellschaftliche Entwicklungen reagierte.

Der Fokus der kompakten, aber dennoch differenzierten Darstellungen bleibt auf der Planungsdisziplin und ergänzt damit Veröffentlichungen zum Naturschutz als gesellschaftlicher Bewegung um einen wichtigen Aspekt. Die in zehn Zeitphasen unterteilte historische Darstellung vermittelt ein aufschlußreiches Bild des Wechselverhältnisses zwischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Landschaftsplanung. Dabei wird der Leser auch mit dem Engagement einiger ihrer früheren Repräsentanten für die nationalsozialistische Ideologie konfrontiert. Die Landschaftsplanung in der DDR ist in jeder Nachkriegsphase in einem eigenen Kapitel dargestellt. Aus der historischen Betrachtung heraus begründet der Autor die bleibende Bedeutung der Landschaftsplanung für die Verbindung von landschaftsökologischen und gestalterischen Zielen sowie für die nachhaltige Entwicklung des Raumes. Dementsprechend sei die vorhandene Aufgabenstruktur in der gesellschaftlichen und planerischen Auseinandersetzung zu erhalten. Gleichzeitig werden Erfahrungen mit unterschiedlichen Formen der Institutionalisierung von Landschaftsplanung aufgearbeitet. Davon ausgehend lehnt der Autor sowohl eine "obrigkeitsstaatliche Landschaftsplanung" als auch Konzepte einer integrierten Umwelt(leit-)planung ab. Den Vorschlägen zur Steigerung der Effektivität der Landschaftsplanung, die u. a. von Kiemstedt, Wirz und Ahlswede ab 1990 in die Diskussion gebracht wurden, bescheinigt er nach wie vor Aktualität. Darüber hinaus plädiert Runge für eine verbesserte interdisziplinäre "Kommunikationskultur" und ein stärkeres Bemühen um positive Öffentlichkeitswirkung, ohne allerdings greifbare Aussagen zu den Bedingungen und Durchsetzungschancen derartiger Strategien zu machen. Für die Fachdiskussion gibt das Buch insgesamt einen guten Überblick über Herkunft, Aufgaben und gesellschaftliche Relevanz der Landschaftsplanung, der für eine Standortbestimmung – woher kommen wir, wohin wollen wir – hilfreich sein kann.


BBN-Mitteilungen Nov. 1998

(Dr. Bärbel Kraft)

Geschichte der Landschaftsplanung
Runge, Karsten (1998): Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung

Eine weitere Publikation, die sich mit der historischen Entwicklung von Naturschutz und Landschaftspfleger auseinandersetzt, ist das gerade erschienene Buch von Karsten Runge. Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung - Vom frühen Naturschutz bis zur ökologisch nachhaltigen Flächennutzung.

Die Arbeit von Karsten Runge ist speziell der Entwicklung der Landschaftsplanung als Planungsdisziplin gewidmet. Leitfragen, denen der Autor in seiner Untersuchung nachgeht, sind:

    ·   Welche Ideen haben zur Entstehung der Landschaftsplanung beigetragen?

    ·   An welchen Aufgaben hat sich die Landschaftsplanung fortentwickelt?

    ·   In welcher Weise wuchsen Problemwahrnehmung und Problemformulierung?

    ·   Wie paßte sich die Landschaftsplanung der gesellschaftlichen Entwicklung an?

Im einzelnen werden die Entwicklungen und Tendenzen der drei die Landschaftsplanung prägenden Einflußbereiche: Naturschutz, Landschaftsgestaltung und räumliche Planung, in der Zeit von Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zum zukunftsgerichteten Blick ins Jahr 2000 umrissen und bewertet. Da Untersuchungen von Landschaftsplanung als Planungsdisziplin kaum vorliegen, ergänzt die in der Veröffentlichung gewählte planerische Betrachtungsperspektive die naturschutzhistorischen Darstellungen um eine notwendige Komponente und eröffnet im Hinblick auf die aktuelle Diskussion um die Landschaftsplanung interessante und spannende Perspektiven.


Extrakt 1999.3, S. 17 (Österreich)

(Karin Walch)

Runge, Karsten (1998): Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung: vom frühen Naturschutz bis zur ökologisch nachhaltigen Flächennutzung

Das Buch stellt die historische Entwicklung des Aufgabenfeldes Landschaftsplanung in Deutschland dar. Diese wird anhand der Entstehungsideen der Landschaftsplanung, ihrer Aufgabenentwicklung, Problemwahrnehmung und Problemformulierung in unterschiedlichen Zeitphasen beschrieben. Den Zeitepochen, von der Vorgeschichte der Landschaftsplanung bis heute, sind einzelne Kapitel gewidmet. Sehr nützlich sind die Zusammenfassungen nach jedem Kapitelende. Es werden die unterschiedlichen Einflüsse erläutert, die den Wandel eines zunächst eher subjektiv geprägten Arbeitsbereiches zu einer heute anerkannten Disziplin kennzeichnen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Einflüsse von Naturschutz, Gartenarchitektur und räumlicher Planung. Ebenfalls jene von Land- und Forstwirtschaft, Geographie und anderen sozial- und naturwissenschaftlichen Bereichen. Im vorliegenden Buch wird dabei auch die Unterscheidung der Begriffe Landschaftsplanung, Landespflege und Landschaftspflege erläutert. Neben der Methodenentwicklung und den Aufgaben der querschnittsorientierten Landschaftsplanung wird auch auf die landesrechtliche Implementation der Landschaftsplanung in Deutschland eingegangen.


Neue Landschaft, August 1999, S. 532

(Prof. Dr. D. Rödel)

Karsten Runge:
Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung

Das Buch zeichnet sich durch eine umfassende Darstellung der Entwicklungsgeschichte der Gedanken und Planungsinstrumente des Naturschutzes bis hin zur umfassenden Landschaftsplanung in Deutschland aus. Beginnend im ausklingenden 19. Jahrhundert und endend auf aktuellem Stand. Die Arbeit geht inhaltlich über die von Runge 1990 vorgelegte Dissertation weit hinaus.

Sie zeigt den Weg auf von ersten Naturschutzgedanken, wie sie beispielsweise von Rudorff und Conwentz formuliert wurden, über die Entwicklung des Reichsnaturschutzgesetzes bis hin zur Entwicklung des Bundesnaturschutzgesetzes von 1976 und aktuellen Fachdiskussionen der 90er Jahre. Das Buch ist in zeitliche Blöcke gegliedert, die jeweils mit einem kurzen Einführungsteil versehen sind, in dem Hinweise auf die jeweilige politische und gesellschaftliche Lage erfolgen: ein Vorgehen. das ein besseres Verständnis einzelner Entwicklungen in der Landschaftsplanung ermöglicht. Anschließend werden die unterschiedlichen Strömungen bzw. Gedanken im Bereich der Landschaftsplanung dargelegt sowie die Entwicklung der fachlichen Begrifflichkeit erörtert.

Ergänzt werden die Ausführungen durch eine umfangreiche Sammlung von Zitaten. Ausführlich betrachtet und abgewogen werden die zum Teil recht unterschiedlichen Auffassungen von gestaltenden Gartenarchitekten. reinen und mehr naturwissenschaftlich ausgerichteten Artenschützern sowie Landschaftsplanern, deren Idee einer querschnittsorientierten Gesamtplanung sich in Anlehnung an die Raumordnung entwickelte. Die in den beschriebenen Zeitabschnitten gegebenen Möglichkeiten. Naturschutz mit Hilfe der Landschaftsplanung zu betreiben, werden verdeutlicht.

Das Buch gibt eine sehr gute, übersichtliche und lesenswerte Darstellung zum Thema. Nicht nur Studienanfängern des Grünen Bereiches, sondern auch schon lange im Berufsleben stehenden Naturschützern, Landschaftsarchitekten und Landschaftsplanem bietet es wertvolle Informationen.


LA-Landschaftsarchitektur 1-2000

(Dr. Witschel)

Runge, Karsten (1998): Entwicklungstendenzen der Landschaftsplanung: vom frühen Naturschutz bis zur ökologisch nachhaltigen Flächennutzung

 Die Neuveröffentlichung dieser Doktorarbeit, deren Urfassung erstmals 1990 unter dem Titel "Die Entwicklung der Landschaftsplanung in ihrer Konstitutionsphase 1935-1973" in der  Schriftenreihe „Landschaftsentwicklung und Umweltschutz" der TU Berlin erschien, dient dazu, einen Beitrag zur Klärung von Herkunft, Zielen und Bedeutung der Landschaftsplanung zu leisten.  Die hier vorliegende Fassung unterscheidet sich vom ursprünglichen Text durch eine grundlegende Überarbeitung, die Berücksichtigung der DDR-Fachgeschichte sowie durch eine kurze, ergänzende Darstellung aktueller Entwicklungen der Landschaftsplanung. Karsten Runge, 1998, DM 79,00, ISBN 3-54064599-3, Springer Verlag Berlin/Heidelberg