Coastal Energy Management

Viele Küstenregionen weltweit sind im rapiden Umnutzungsprozess begriffen. Die traditionellen Hauptnutzungen der Landwirtschaft und Fischerei treten wirtschaftlich in den Hintergrund und neue Nutzungsarten etablieren sich, wobei vielfach die Energieerzeugung im Vordergrund steht. Seit den frühen 90er Jahren durchläuft v.a. die Windenergieproduktion an der deutschen Küste ein stürmisches Wachstum. Wasserstoffumwandlung aus Offshore-Windenergie wird zunehmend diskutiert. Auch eine andere küstenspezifische Form erneuerbarer Energieerzeugung, die Erzeugung von Gezeitenenergie, legt offenbar ihren Experimentalcharakter ab und etabliert sich an mancher europäischen Küste. Aufgrund der besonderen meteorologischen Verhältnisse erlauben viele vorgelagerte Küstenorte darüber hinaus eine herausragende Solarenergieausbeute. Vor diesem Hintergrund gibt es z.B. auf  der Insel Pellworm starke Bestrebungen, vollständig auf einen regenerativen Energiemix aus Windkraft, Solarenergie, Biogaserzeugung und Biodiesel umzustellen.

Mit dem Ziel, das tatsächliche Potential erneuerbarer Energieerzeugung an der Küste einmal synoptisch zu betrachten und systematisch Fragestellungen nach den Wirkungen auf die Regionalwirtschaft, die Umwelt und die räumliche Entwicklung der Küsten aufzuwerfen, initiierte Dr. Karsten Runge am 5. und 6. September 2002 an der Universität Lüneburg einen Impuls-Workshop zum „Coastal Energy Management". International anerkannte Spezialisten aus mehreren Ländern berichteten an zwei Tagen aus ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich bzw. Forschungsfeld der Energieerzeugung. Die Ergebnisse des Workshops wurden in einem Tagungsband veröffentlicht (vgl. Publikationen).