Akzeptanzanalysen

Befragungen zur Unterstützung der Landschaftsbildanalyse

Zur Ermittlung der Akzeptanz von Entwicklungsvorhaben eignen sich Einzelbefragungen auf Basis eines strukturierten Fragebogens. Die Befragungsdauer für das Einzelinterview sollte nicht länger als 5-10 Minuten betragen. Dabei sind oftmals 50 bis 150 Befragungen ausreichend, um aussagefähige Ergebnisse zu erhalten. Die Ergebnisse sind quantifizierbar und lassen sich ggf. auch in Teilstichproben ausweisen. Der thematische Ablauf der Befragung sollte stets sehr präzise und knapp gehalten werden. Der jeweilige Bericht enthält eine Bestandsbeschreibung der jeweiligen Planung, eine quantitative Auswertung der Befragung sowie eine Ergebnisinterpretation. Zum Beispiel wurden von uns in Verbindung mit Offshore Windparkplanungen auf Rügen Touristenbefragungen durchgeführt. Sie sollten Auskunft darüber geben, wie Besucher Offshore-Windparks vor der Küste von Rügen wahrnehmen. Im Ergebnis bestätigte sich, das die Küste von Rügen als eine bedeutende Sehenswürdigkeit angesehen wird und dass  der weite Blick über das Meer ein besonderes Landschaftserlebnis darstellt. Bezogen auf die geplanten Windparkprojekte zeigte sich jedoch auch, dass die visuelle Wahrnehmung eines weit entfernten Windparks  sehr deutlich durch Einstellungsfragen hinsichtlich der Nutzung  erneuerbarer Energie beeinflusst wird.

Befragung als Mittel der Nachkontrolle von Wirkungsprognosen

In der schleswig-holsteinische Gemeinde Ellhöft im Kreis Nordfriesland hat die OECOS GmbH von 2006 bis 2007 im Auftrag des Innenministeriums Schleswig Holstein, Abteilung Landesplanung ein begleitendes Monitoring des Repowerings von Windenergieanlagen durchgeführt. Dabei wurden in mehreren Gemeinden im Kreis Nordfriesland insgesamt 32 kleinere, alte Windenergieanlagen abgebaut und durch vier Windenergieanlagen modernen Typs ersetzt. OECOS hat das Repowering im Rahmen der Durchführung mehrerer Befragungen der Wahrnehmung der Alt- und Neuanlagen durch Anwohner und Touristen begleitet. Als Ergebnis konnten Empfehlungen für den zukünftigen Umgang mit vergleichbaren Vorhaben abgeleitet werden. Die Methodik der für die Landesregierung von Schleswig Holstein durchgeführten Befragung entsprach dem im vorhergehenden Abschnitt skizzierten Muster.